„Künstliche Intelligenz soll den Menschen unterstützen, nicht ersetzen.“

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Nach einer sehr spannenden HR TEC Night mit dem Schwerpunkt Künstliche Intelligenz und einer anschließenden regen Diskussion mit der HR TEC Community, nutzten wir die Chance, um mit Albert Boxler, Account Executive (IBM Watson Talent Solutions) darüber zu sprechen, was bereits durch KI in HR möglich ist.

IBM ist eines der führenden Unternehmen, wenn es um Künstliche Intelligenz in HR geht. Aber ist das nicht häufig wie mit Kanonen auf Spatzen schießen? Braucht man in jedem Fingerhut KI?

Albert Boxler (AB): Um am Beispiel der Spatzen zu bleiben: Ich sehe KI als Chance, um die Spatzen mit einem zusätzlichen Luftstoß zu versorgen, sodass diese, wenn sie das möchten, sehr viel effizienter, höher als auch schneller fliegen können. Wenn ich von KI in HR spreche, dann spreche ich nicht „nur“ davon, die Personalabteilung durch den Einsatz von KI zu unterstützen, sondern vielmehr davon, wie wir als IBM unsere Kunden als Gesamtorganisation von innen heraus dabei unterstützen, ihre Wettbewerbsfähigkeit am Markt zu steigern. Wenn HR sich zunehmend an strategischen Unternehmensentscheidungen beteiligen muss, dann ist der Einsatz von KI genau das richtige. Doch dann muss HR auch bereit sein, Innovator und nicht nur Verwalter zu sein.

Eure Angebotspalette ist recht gewaltig und auch im HR habt ihr einige Tools zu bieten. Nutzt ihr diese denn selbst als Company?

AB: Ja, natürlich – IBM entwickelt und nutzt diese Lösungen auch selbst. Innerhalb von IBM hat jede/r Mitarbeiter/in Zugriff z. B. auf eine Lerndatenbank. Hier kann ich gezielt nach bestimmten Lerninhalten suchen, erhalte jedoch ebenso auf Basis von IBM Watson, unserer künstlichen Intelligenz, Vorschläge mein Profil weiter zu schärfen. Ich kann bestimmte Fragen beantworten, sodass Watson zunehmend lernt, was mich interessiert, welchen Karrierepfad ich anstrebe. Zudem zieht Watson Rückschlüsse aus all meinen Aktivitäten in internen Systemen, lernt mich so besser kennen und hilft mir dabei, mich stets weiterzuentwickeln.

Ein weiteres Beispiel ist der IBM Watson Karriere Coach, welcher im Moment auf der ganzen Welt innerhalb von IBM ausgerollt wird. Im Rahmen einer internen Umfrage hat sich ergeben, dass Mitarbeiter/innen noch mehr in ihrer Karriere gecoached werden möchten. IBM hat darauf reagiert und einen Assistenten geschaffen, der nun jeder/jedem Mitarbeiter/in zu jeder Tages- und Nachtzeit in der Karriereberatung als kognitiver Assistent wie ein Navigationssystem zur Verfügung steht.

Und last but not least suchen wir auch permanent im Recruitment nach Talenten. Auch dabei hilft uns die künstliche Intelligenz d. h. unser Watson. Mit dem Candidate Assistant – einem Chatbot auf der Karriereseite – erzielen wir aktuell 3x mehr passende Bewerber/innen als vorher.

In der Diskussion um KI verliert man sich sehr schnell in einer Grundsatzdiskussion: soll/ kann KI den Menschen ersetzen? Wie steht ihr dazu? Wird es innerhalb IBMs bald nur noch kleine Watsons geben?

AB: Wir als IBM haben eine ganz klare Sicht auf den Umgang mit künstlicher Intelligenz. Wir möchten den Menschen bestmöglich in seiner Arbeit unterstützen und dabei keinesfalls ersetzen. Gerade deshalb legen wir großen Wert darauf, dass der Mensch stets die finale Entscheidung trifft und nicht die KI. Watson dient als Unterstützer zur Entlastung, sodass sich der Mensch zunehmend auf das Wesentliche konzentrieren kann. Beispielsweise hilft Watson Bewerber/innen auf der Karriereseite, den passendsten Job zu finden, wobei dadurch i. d. R. nicht nur die Anzahl der Bewerbungen ansteigt, sondern auch die Qualität der „Matches“ sich deutlich verbessert. So kann sich die/der Recruiter/in stärker auf die passenderen Matches konzentrieren.

Ihr seid also Mitglied in einer Allianz, die sich genau diesem Thema widmet. Habt ihr aber auch Pläne oder Lösungen für die Staaten, die sich nicht an dieser Allianz beteiligen?

AB: Als Vorreiter im Einsatz von künstlicher Intelligenz haben wir Prinzipien für einen vertrauensvollen und transparenten Umgang mit künstlicher Intelligenz festgelegt. Um nur ein paar Auszüge zu nennen:

  1. Unsere Mission ist es, den Menschen bestmöglich mit KI zu unterstützen.
  2. Die Daten und Erkenntnisse durch diese gehören unseren Kunden.
  3. Neue Technologien, so auch der Einsatz von KI, muss transparent sein.

Wir ermutigen alle Technologieunternehmen, ähnliche Prinzipien anzuwenden, um Kundendaten und Erkenntnisse zu schützen und den verantwortungsvollen und transparenten Einsatz künstlicher Intelligenz und anderer transformativer Innovationen sicherzustellen. Genau dafür bieten wir unsere eigenen Vertrauens- und Transparenzgrundsätze als Roadmap an.

Und wie stellen wir sicher, dass jedes Unternehmen vertrauensvoll mit den Daten seiner Kunden umgeht? Ginni Rometty, unsere weltweite Unternehmenschefin hat dies wie folgt beschrieben: „Jede Organisation, die KI entwickelt, verwendet, Daten hostet oder verarbeitet, muss dies verantwortungsbewusst und transparent tun. Die Gesellschaft wird entscheiden, welchen Unternehmen sie vertraut“.

Zum Abschluss noch eine Frage an euch: um welchen Produktivitätsfaktor steigert KI den Menschen – kann man das einschätzen?

AB: Das kann man so pauschal sicherlich nicht beantworten. Vergleichbar wäre die Frage in den 90er-Jahren gewesen, um welchen Produktivitätsfaktor das Internet den Menschen steigert. Heute sind wir uns denke ich einig, dass wir durch das Internet in den letzten 30 Jahren eine enorme Produktivitätssteigerung erreicht haben. Ich bin der Meinung, dass mindestens eine vergleichbare Effizienssteigerung durch KI, Blockchain und erst recht dann durch das Quantum-Computing in den nächsten 30 Jahren möglich sein wird.

Wir danken Dir für das interessante Gespräch, Albert!

Weitere Informationen: www.ibm.com/watson

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