„Disruptive“ HR TEC Startups – wer hat Angst vor der Digitalisierung?

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Die Digitalisierung erschafft täglich neue Ansätze, welche zu disruptiven Veränderungen vieler Unternehmen führen. Gleichzeitig bietet diese die Möglichkeit, Startups und Neugründungen zu realisieren, die dadurch in der Verknüpfung von Technologie und Branchen das größtmögliche Potential für wirtschaftliches Wachstum sehen.

Fin Tech, Prop Tech, HR Tech – jede Branche nutzt die Ihnen zur Verfügung stehenden digitalen Schnittstellen und Entwicklungsmöglichkeiten für einen neuartigen, effizienten Output. Auch wenn dieser als negativ konnotiert mit „disruptiv“ bezeichnet wird, kann eine solche „Störung“ immer gute Neuerungen mit sich bringen.

Im eher konservativen HR Markt in Deutschland gelten einige  Entwicklungen von HR TECH Startups als bis ins Mark erschütternde. Denn erstmals brechen sie die traditionellen Prozesse der Vergangenheit auf und Automatisierung sowie eine spezifische Kundenorientierung führen dazu, den ganzheitlichen Personalprozess auf jeder Ebene zu hinterfragen.

So wie es nicht mehr alltäglich ist, eine Bewerbungsmappe für den Personaler vorzubereiten, der diese sorgsam studiert und den Bewerber bei Gefallen zu einem persönlichen Gespräch einlädt, wird es doch alltäglicher im Buzzword-HR-Dschungel vor lauter War for Talents und Fachkräftemangel eine effizientere und automatisierte Form in HR zu etablieren, welches den heutigen Anforderungen und der stetig wandelnden Gesellschaft im Wust des IoT gerecht wird.

Zeit ist Geld. Der Bewerbermarkt wird zum Arbeitgebermarkt. Work-Life-Balance und flexibles Arbeiten zeichnen den Anspruch des modernen Arbeitsnehmers aus. Employer Branding muss neu durchdacht werden. Stellenanzeigen sind teilweise out oder werden durch Liquid Design neu erfunden. Der Recruiter entwickelt sich zum Persönlichkeitsberater oder eben doch zur eierlegenden Wollmilchsau. Online-Stellenportale werden langsam abgelöst durch Social Media, Active Sourcing oder Recruitingplattformen, die die Suche nach Bewerbern übernehmen und matchen. Wozu führt das? Welche Lösungen und Technologien bietet uns diese Entwicklung an?

HR TEC Startups in Europa

Es bilden sich einige HR TECH Startups in Europa, die sich darauf konzentrieren, alle Komponenten wie Artificial Intelligence, Human Resources, Prozessautomatisierung, klassiche Beratung (durch den Menschen), Empfehlungsmarketing, Anonymität und Matching zu kombinieren.

Dadurch erwächst ein großes Angebot an Anbietern, welche die Bereiche Recruiting, Gehaltsabrechnungen, Weiterbildungsmöglichkeiten, Unternehmenskultur und Prozesse im Personalmanagement maßgeblich ändern und beeinflussen. Einige dieser HR TECH Startups wurden 2018 auf www.eu-startups.com näher betrachtet und auch wir haben uns mit diesen und ihrer Ausrichtung befasst.

Wirft man einen genauen Blick auf diese HR TECH Startups steht stets im Vordergrund, die Prozesse von der Bewerbung bis hin zum reibungslosen Ablauf im Unternehmen zu optimieren und zu vereinfachen. In Hinblick auf Recruiting & Personalbeschaffung sind hier zu nennen JOBROCKER, Meet Frank, opening.io, MoBerries und Jobbatical.

Alle Anbieter konzentrieren sich vom Grundsatz her auf das Matching von Bewerbern und Recruitern. Dabei steht im Vordergrund durch das Abgleichen und Verwenden spezifischer Daten, die bspw. aus dem Lebenslauf ersichtlich sind und mit einer aktuellen Stellenanzeige abgeglichen werden, das richtige Match zu generieren und aufgrund dessen den Bewerberprozess in eine positive Candidate Experience umzuwandeln. Jeder der Anbieter hat dabei natürlich seinen USP: MoBerries setzt bspw. auf den Big-Data-Ansatz, der passende Kandidaten vorfiltert und mit suchenden Unternehmen zusammenbringt, wohingegen MeetFrank eine anonyme Rekrutierung mit direkter Chatbotfunktion zulässt.

Alle ermöglichen in der Kandidatenauswahl eine Zeitersparnis auf beiden Seiten und managen einen umfangreichen Datenschatz.

Darüber hinaus gibt es im Unternehmen immer wieder Prozesse, die aufgrund der Digitalisierung automatisch erfasst, ausgewertet und übersichtlich dargestellt werden müssen, um Handlungsempfehlungen abzuleiten.

Das HR TEC Startup Zapiens möchte die Wissen-, Bildungs- und Kommunikationslücke in Unternehmen schließen und das Kollektivwissen des Teams erhöhen. Dabei setzen Sie auf Q&A Gamification sowie KI.

Auch bürokratische Prozesse und Workflows werden durch die Digitalisierung verändert und können durch neue Technologien erstaunliche Erkenntnisse liefern. HiBob bspw. setzt auf eine cloudbasierte HR & Benefit-Plattform, die es ermöglicht, den Mitarbeiter in Gänze zu managen von Arbeitsdokumenten bis hin zur Beeinflussung der Unternehmenskultur durch regelmäßige interne Umfragen.

Im Bereich der Human Process Augmentation ist es Produktive Mobile ein Anliegen, die Produktivität der Menschen zu steigern, in dem manuelle Aufgaben vereinfacht und automatisiert werden. Hierbei steht vor allem der synergetische Workflow zwischen Automatisierung und Mensch im Vordergrund.

Ein weiteres, wichtiges Thema in unserer Arbeitswelt ist das Gesundheitsmanagement in Unternehmen. Work-Life-Balance und Feel Good Manager gehören ebenfalls ins Buzzword-Repertoire unserer Gesellschaft. Das Startup Healthy Workers hat es sich zur Aufgabe gemacht, durch seine Entwicklung das beste Arbeitsumfeld für die Mitarbeiter zu erschaffen und rechtzeitig zu agieren, sollte diese Qualität eingeschränkt werden.

Disruptiv oder einfach unterstützend?

Wenn wir also die desruptiven HR TEC Startups einmal näher betrachten, wird deutlich, dass es mittlerweile für jedes Anliegen eine automatisierte Lösung gibt, die Firmen je nach Bedarf implementieren können. Festzustellen ist ein Überangebot an Recruitinglösungen, die dennoch alle mit kleinen Abweichungen für jedes Unternehmen das richtige sein könnten.

Im Endeffekt ermöglichen die HR TEC Startups die dezidierte Auseinandersetzung mit aktuellen HR Trends, welche in Zukunft stark unsere Arbeitswelt beeinflussen. Gleichzeitig bedeutet dieser Einfluss aber keine schlechte Veränderung, sondern die Möglichkeit, neu, effizient und optimiert unsere HR Muster aufzubrechen und zu denken, um somit die Personalarbeit in jedem Unternehmen zu verbessern und zu unterstützen. Welches dabei Ihr favorisiertes Thema ist, hängt ganz von Ihnen ab!

Einige tolle Einblicke und Cases können Sie immer bei der HR TEC Nights in ganz Deutschland erhalten – stay disrupt, get HR technified: www.hrtecnight.com

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